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Schiffshebewerk
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Schiffshebewerk

Geschichte des Wasserstraßenkreuzes

Bereits in den 30er Jahren des 20. Jahrhunderts war geplant, eine Kanalbrücke über die Elbe zu bauen und damit die letzte Lücke der durchgehenden Wasserstraßenverbindung zwischen Rhein und Oder zu schließen. Um den Mittellandkanal und den Elbe-Havel-Kanal zu verbinden, wurde 1934 mit dem Bau der Kanalbrücke über die Elbe begonnen. Gleichzeitig startete auch der Bau eines Doppelhebewerkes in Hohenwarthe. Kriegsbedingt mussten aber alle Bauarbeiten 1942 unvollendet eingestellt werden.

In Magdeburg-Rothensee angekommen stehen wir nun vor dem technischen Meisterwerk. Bevor unsere Führung jedoch losgeht, schauen wir uns im Urania-Zentrum einen Film über das Verkehrsprojekt Deutsche Einheit Nummer 17 inkl. Modellbesichtigung an. Anschließend begehen wir das Schiffshebewerk Rothensee.

16 m gleitet der 85 m lange und 12 m breite Trog aufwärts zur Höhe des Mittellandkanals bzw. abwärts auf das Niveau des Elbspiegels.
Im Jahr 1938 vollendet, gilt dieses Schiffshebewerk noch immer als eine wasserbau- und ingenieurtechnische Meisterleistung.

Für seinen Bau wurden 225.000 m3 Boden ausgehoben, 55.000 m3 Beton gegossen sowie 10.000 t Stahl und Eisen verarbeitet.

Das Hebewerk ist als Zweischwimmer-Hebewerk ausgebildet.
Sein zur Aufnahme der Schiffe dienender Trog ruht auf zwei mit je einem Schwimmer (10 m Durchmesser, 36 m Höhe) starr verbundenen Traggerüsten. Beide Schwimmer bewegen sich in mit Wasser gefüllten Schächten.
Dabei entspricht das Gewicht des von den Schwimmern in den 70 m tiefen Schächten verdrängten Wassers dem Gesamtgewicht des auf- und abbewegten Systems, so dass für den Hebe- und Senkvorgang nur die Bewegungswiderstände zu überwinden sind.
Jede der vier Spindeln, an denen der Trog mit seinen Antriebsmuttern auf- und abklettert, hat eine Länge von 27,3 m und ein Gewicht von etwa 23 t.
Die Schraubenspindeln sind im Zusammenwirken mit dem Triebwerk selbstsperrend, wodurch das bewegliche System durch Ausschalten des Antriebs jederzeit ohne Bremsung zur Ruhe gebracht werden kann.

Nachdem wir das altgediente Hebewerk besichtigt hatten, gingen wir zur benachbarten neuen Sparschleuse Rothensee.

 

Schiffshebewerk Rothensee

  • Das Schiffshebewerk Rothensee ist das zweitälteste von nur vier noch in Betrieb befindlichen Hebewerken in Deutschland. Es wurde 1938 als Teil des damals begonnenen Wasserstraßenkreuzes in Betrieb genommen. Über den Rothenseer Verbindungskanal verbindet es den durchschnittlich 16 m höher gelegenen Mittellandkanal mit der Elbe und den Magdeburger Häfen.
  • Um Schiffe über den Höhenunterschied hinwegzubefördern, hebt sich ein 85 m langer und 12 m breiter Trog über 16 m Hubhöhe. Dieser Trog ruht auf zwei je mit einem Schwimmer versehenen starr verbundenen Traggerüsten. Die 10 m breiten und 36 m hohen Schwimmer bewegen sich in mit Wasser gefüllten, 70 m tiefen Schächten. Dabei entspricht das Gewicht des durch die Schwimmer verdrängten Wassers genau dem des Troges. So müssen zur Bewegung lediglich die Bewegungswiderstände überwunden werden. Und unabhängig davon, ob ein Schiff im Trog ist oder nicht, ist dieser wegen des verdrängten Wassers immer genauso schwer. Die eigentliche Bewegung des Troges wird dann durch Antriebsmuttern auf 27,30 m hohen Schraubspindeln durchgeführt. Diese wirken selbstsperrend, so dass bei Ausschalten des Antriebes der Trog ohne Bremsung zum Stehen kommt.
  • Da der Trog lediglich maximal 82 m lange und 9,50 m breite Schiffe mit einem Tiefgang von 2 m aufnehmen kann, ist er für die moderne Schifffahrt nicht mehr geeignet. Aus diesem Grund wurde wenige hundert Meter weiter westlich eine neue Schleusenanlage, die Sparschleuse Rothensee, errichtet. Trotzdem ist das Schiffshebewerk seit der Inbetriebnahme der Sparschleuse im Mai 2001 weiterhin parallel zu der moderneren Anlage in Betrieb. Hier werden noch immer kleinere Binnenschiffe sowie Sport- und Ausflugschiffe gehoben und gesenkt.

Technische Daten

  • Inbetriebnahme: 1938
  • Bauart: Schwimmerhebewerk mit Spindelführung
  • Troggrösse: Länge 85m x Breite 12m x Wassertiefe 2,50m
  • Nutzgrösse: 82m x 9,50m x 2m
  • Hubhöhe: 10,45 - 18,46m (abhängig vom Elbwasserstand)
  • Bewegtes Gewicht: 5.400 t

Trogbrücke

  • Die vollständig aus Stahl konstruierte Trogbrücke stellt das Kernstück des Wasserstraßenkreuzes dar. Mit 918 m ist sie die längste Kanalbrücke Europas und führt den Mittellandkanal über die Elbe hinweg in Richtung Elbe-Havel-Kanal. Die Brücke besteht aus den 3 Feldern der 228 m langen Strombrücke und den 16 Feldern der 690 m langen Vorlandbrücke. Diese ist als Flutbrücke für den Hochwasserabfluss der Elbe konzipiert.
  • Die architektonische Gestaltung macht die Trennung von Strom- und Vorlandbrücke sichtbar. Die Strombrücke ist durch eine zum Fachwerk aufgelöste Außenwand geprägt; die Vorlandbrücke stellt eine geschlossene Stauwand dar. Der Übergang zwischen Strom- und Vorlandbrücke sowie die Übergänge zwischen Kanal und Brücke an den Widerlagern werden jeweils durch Turmpaare in Prismenform gekennzeichnet. Die Vorlandbrücke fällt des Weiteren durch die Gestaltung der Pfeiler auf, die durch ihre ausladende geschwungene Form an Schiffsspanten erinnern.
  • Eine Hochwasserentlastungsanlage ist in das westliche Widerlager der Kanalbrücke integriert, um den Abfluss des Kanalwassers in die Elbe zu ermöglichen. Dies ist notwendig, da die Osthaltung des Mittellandkanals als Hochwasserableiter überschüssige Wassermengen aus dem Drömling aufnimmt.
  • Die Wassertiefe beträgt im Trog 4,25 m. Die Trogbreite zwischen den Stauwänden beläuft sich auf 34 m. Damit ist die Kanalbrücke nur im Richtungsverkehr befahrbar, weil die nahe gelegene Schleuse Hohenwarthe den Verkehrsablauf bestimmt. Die Schiffe dürfen also immer nur in eine vorgegebene Richtung fahren.
  • Die Durchfahrtshöhe auf der Elbe beträgt 90 m bei einer Stützweite von 106,20 m. Bei höchstem schiffbaren Wasserstand ist unter der Kanalbrücke noch immer eine Durchfahrtshöhe von 6,50 m gegeben, bei der die Durchfahrt mit dreilagig beladenden Containerschiffen ohne Einschränkung möglich ist.

Technische Daten

  • Inbetriebnahme: Oktober 2003
  • Bauzeit: 5 Jahre
  • Abmessungen: Länge gesamt: 918m   Vorlandbrücke: 690m   Strombrücke: 228m
  • Breite: 2 x 12,50m
  • Nutzbare Trogbreite: 32m
  • Wassertiefe: 4,25m
  • Durchfahrtsbreite: 90m
  • Durchfahrtshöhe: 6,50m bei höchstem schiffbaren Elbwasserstand