Datum
Home
Niederwalddenkmal
Rüdesheim
Rüdesheim
Loreley
eMaileMail
Rheinfahrt

Das Niederwalddenkmal

Am 28. September 1883 wird das Niederwalddenkmal zur Erinnerung an den Deutsch-Französischen Krieg von 1870/71 und an die Reichsgründung nach sechsjähriger Bauzeit in Anwesenheit von Kaiser Wilhelm I. eingeweiht. Das Denkmal wurde nach Entwürfen des Bildhauers Johannes Schilling und des Architekten Karl Weisbach errichtet. Nach Rüdesheim zu ist dem Denkmal eine Gruppe von breiten Treppen und Plattformen vorgelagert, die demselben einen mächtigen Unterbau geben und den Anblick des Ganzen außerordentlich heben. Sowohl von Rüdesheim als auch von Aßmannshausen aus führt eine Zahnradbahn hinauf. Der Ausblick vom Denkmal herab über den lachenden Rheingau, auf den spiegelnden Strom, auf Bingen und das enge Nahetal und weiterhin auf bläulich verschwindende Berge und Städte ist unbeschreiblich schön.

 

Rüdesheim

Die ersten Rüdesheimer lebten vor rund 2.500 Jahren als seßhafte Bauern auf verstreuten Einzelgehöften, trieben Viehzucht und pflanzten Getreide an. Sie kleideten sich mit selbstgewirkten Stoffen, die mit Gewandnadeln zusammengehalten wurden, schmückten sich mit schönen Hals- und Armringen aus Bronze und fertigten noch ohne Töpferscheibe irdenes Geschirr, das mit einfachen Ornamenten verziert war.

Dies wissen wir heute so genau, da aus jener Zeit noch weit über hundert Grabhügel erhalten sind. Darin sind die Gebeine und vergängliches Material wie Stoff, Leder und Holz längst vermodert, doch Bronzegerät, Keramik und Steinwerkzeug blieben erhalten und sind in den Museen in Rüdesheim und Wiesbaden zu sehen. Solche Grabhügel, die dicht bei den alten Siedlungen lagen, gab es einst nicht nur im Wald, sondern auch an den Südhängen bis hinab zum Rheinufer; doch wurden sie dort durch die tiefgehenden Weinbergsrodungen verwischt, und nur bei Bauarbeiten werden ab und zu solche alten Bestattungen freigelegt.

Die frühen Rüdesheimer waren offenbar keltischer Herkunft, doch wissen wir nicht mehr, wie sie sich nannten. Die Historiker bezeichnen sie als Bandkeramiker oder Ubier und Mattiaker doch bleiben diese Begriffe nur Vermutungen. Kurz vor der Zeitwende wurden diese Menschen durch ungebetenen Besuch gestört: die Römer erschienen am Rhein. Offenbar fühlten sich diese hier so wohl, daß sie schließlich mehr als 400 Jahre blieben. Während dieser langen Zeit gewöhnten sich die Ur-Rüdesheimer an die Gäste. Sie besuchten staunend die Römerstädte am linken Rheinufer trieben dort Handel und traten in römische Dienste. Dabei konnten sie allerlei von den Römern lernen: den Bau fester Steinhäuser und wendiger Schiffe, vor allem aber die systematische Kultur der Weinrebe. In und um Rüdesheim gab es einige römische Landgüter welche die Truppen mit Wein versorgten. Münzen, Terra-sigillata-Geschirr, sogar Reste eines Mosaikfußbodens zeugen hiervon. Wichtigster Fund ist aber ein römisches Rebschnittmesser, das um 1900 in der Nähe der Niederburg gefunden wurde und beweist, daß hier schon vor 2000 Jahren Weinbau betrieben wurde, der bis heute die wirtschaftliche Grundlage Rüdesheims blieb.

 

Die Loreleysage

In der Loreleyhöhle, die der Bornicher Gemeinde während dem 30jährigen Krieg als Zufluchtstätte diente und erst dem Tunnelbau 1863-68 zum Opfer fiel, wohnte einst die Bergfrau "Loreley".

Geheimnisvoll verhallte die Stimme der anmutigen Fee im Echo der Felskulissen. Unzählige Männerherzen ließ sie höher schlagen und erbeben in seliger Wonne. Besonders, wenn die Schroffwände der Ley in der Abendsonne glühten, oder die Klippen in des Mondes gelber Beleuchtung sich aus den strudelnden Salmwassern zu Füßen der Grottengebilde widerspiegelten, war ihre lichte Gestalt auf den Bergzinnen zu erkennen. Mancher Schiffmann, der ihre Nähe suchte, versank in dem Gewirr der Brecher, ohne daß man seine Leiche je zu bergen vermochte. Nur einigen Fischern der Salmwooge im oberen "Fabian" und unterhalb des "Teufelsitzes" schien sie zugetan. Ihre nächtlichen Fänge wurden so ergiebig, daß ihnen der Wohlstand bereits nach wenigen Jahren erlaubte, die ärmlichen Hütten am Rhein mit zwei- und dreistöckigen Gebäuden in der großen Burgstraße zu tauschen. Habgierige oder schwatz-hafte Salmknechte, die über ihre Begegnungen mit der schönen Jungfrau plauderten, verließ jäh das Jagdglück für immer.

Doch so blieb die Gunst, die sie Begnadeten erwies, kein Geheimnis. Der Ruf ihrer anmutigen Schönheit drang weit über die Grenzen des mittelrheinischen Landes hinaus. Auch der junge Erbgraf von der Pfalz erfuhr von der wonnesamen Huld, die manchem Schützling zuteil wurde. Von unnennbarer Sehnsucht erfaßt, verließ der Jüngling heimlich die Obhut des väterlichen Hoflagers, um die Liebe der schönen Loreley zu gewinnen. In ihr Zauberreich steuerten ihn gleichaltrige Schiffer. Als das Abendrot verging und die ersten Sterne am Himmel funkelten, erreichte das gräfliche Fahrzeug die gigantische Schlucht unterhalb der "Sieben Jungfrauen". Im Banne eines wundersamen Gesanges, der in den Felskulissen widerhallte, gewahrten sie die liebreizende Erscheinung der Loreley über der steilsten Gesteinswand. Ungestüm trieb der Junggraf die Ruderknechte zum Landen. Nun trennten sie nur noch wenige Schitt-längen vom Geröllufer. Doch alle starrten empor. Da erlahm ihre Kraft an den Riemen. Der Steuermann vergaß seine Pflicht. Führerlos schwankte der Nachen zu Tal. In jäher Ungeduld sprang der Erbfgraf von Bord und verschwand mit dem Aufschrei " O Loreley!" in dem Sog der Strudel.
Nachdem der Pfalzgraf von den heimkehrenden Gefährten seines Sohnes dessen Ende erfahren, befahl er, die Verderberin seines Erben zu fangen. Am gleichen Abend nahte ein pfalzgräflicher Hauptmann mit rachwütigen Kriegsleuten dem Gestade der Loreley, die sie dort in den gespenstigen Schleidern der Steilwand erspähten. Bald war der Berg umstellt, und der Hauptmann erstieg mit den Kühnsten das Felsmassiv. Auf vorspringender Kuppe gewahrten sie die Zauberin wieder.
"Heidenweib, jetzt mußt du deine Untaten büßen!" schrie der Anführer, als er der Unholdin den Weg zur Grotte versperrte.
"Das steht nicht bei dir!" rief die Bedrängte.
Sie warf ihr Perlengeschmeide in die Flut, und ihre Stimme schrillte über das Wasser:

"Vater, geschwinde, geschwind!
Die wilden Rosse schick deinem Kind!
Es will reiten mit Wogen und Wind!"

Sturzwellen erhoben sich felshoch gleich rasenden Strandbrechern und trugen die Fee fort in das Grau der abendroten Dünste, bis sie entschwand. Totenstill war es über den brausenden Wogen.

Seit diesem Begebnis war die Loreley nicht mehr zu sehen. Nur im vielfältigen Echo verhöhnt sie die Rufer am Fels, wo der Teufel einst die gewaltigen Rundungen seiner Sitzflächen zurückließ.

 

Translation German - English

stock_frame_logo

Das Loreleylied

Ich weiß nicht was soll es bedeuten,
Daß ich so traurig bin;
Ein Märchen aus alten Zeiten,
Das kommt mir nicht aus dem Sinn.

Die Luft ist kühl und es dunkelt,
Und ruhig fließt der Rhein;
Der Gipfel des Berges funkelt
Im Abendsonnenschein.

Die schönste Jungfrau sitzet
Dort oben wunderbar;
Ihr goldnes Geschmeide blitzet,
Sie kämmt ihr goldenes Haar.

Sie kämmt es mit goldenem Kamme
Und singt ein Lied dabei;
Das hat eine wundersame,
Gewaltige Melodei.

Den Schiffer im kleinen Schiffe
Ergreift es mit wildem Weh;
Er schaut nicht die Felsenriffe,
Er schaut nur hinauf in die Höh.

Ich glaube, die Wellen verschlingen
Am Ende Schiffer und Kahn;
Und das hat mit ihrem Singen
Die Loreley getan.